|
Shinson
Hapkido ist ein ganzheitliches Training für
Körper und
Geist, das von Großmeister (Sonsanim) Ko. Myong
aus der koreanischen Kampfkunst Hapkido und der traditionellen
asiatischen
Heilkunst und Lebensweisheit (Shinson) entwickelt wurde.
Es
ist keine
„Kampfkunst“ im üblichen Sinn, sondern
eine „Lebens- und
Bewegungskunst“ auf der Basis von gegenseitier Achtung und
Menschlichkeit.
Ziel
des
Trainings ist die Harmonie von Körper und Geist sowie die
friedliche Gemeinschaft mit anderen Menschen und mit der Natur.
(Chon-Jie-In:
Himmel, Erde, Menschen und alle Lebewesen ist eins). Voraussetzung
dafür ist, dass man sich selbst und andere annimmt und auch
die
Schattenseiten akzeptiert bzw. lernt damit gut umzugehen. Nur wer
sich selbst liebt, kann auch andere Menschen und die Natur
lieben.
Der
Name Shinson
Hapkido
bedeutet übersetzt
· Weg
(Do)
· zur
Harmonie (Hap)
· der
Kräfte (Ki)
· auf
der Basis von Menschlichkeit, Lebensfreude und Naturliebe
(Shinson).
Shinson
Hapkido
unterscheidet sich vom „normalen“ Sport dadurch,
dass alle drei
Grundkräfte (Ki) des Menschen ganz bewusst zusammen trainiert
und ausgebildet werden. (innere
und äußere Schulung)
· der
Körper mit
dem Ziel: Gesundheit und Vitalität
· Atem-
und Lebenskraft mit
dem Ziel: Energie und Lebensmut
· Herz
und Geist mit
dem Ziel:
(Selbst-) Bewusstsein und Lebensfreude.
Jedes
Training enthält spezielle Elemente, die diese drei
Grundkräfte
stärken und harmonisieren. Ein ganzheitliches Training wie
Shinson Hapkido kann helfen, viele Zivilisationsbeschwerden zu
lindern oder zu beseitigen. Heutzutage haben die meisten Menschen die
Verbindung zur Natur bzw. zu einer natürlichen Lebensweise
verloren. Dies führt zu Stress, Unausgeglichenheit, Aggression
oder Depression, Einsamkeit, Angst vor dem Altern und
vielfältigen
psychosomatischen Beschwerden. Jeder Mensch verfügt jedoch über
eine natürliche Selbstheilungskraft, die durch ein geeignetes
Training reaktiviert werden kann. Durch ein ausgewogenes Training von
Körper und Geist kann man sich selbst als Teil der Natur und
des
Universums erkennen und sich seiner ursprünglichen
Stärke
wieder bewusst werden.
Shinson
Hapkido wird auf der Basis von „fünf
Lehrmethoden“
(Oh
Sang) unterrichtet und trainiert.
 |
|
Midum - Vertrauen |
 |
|
Yeey - Achtung
|
 |
|
Innae - Geduld
|
 |
|
Giomson - Demut
|
 |
|
Sarang - Liebe
|
Meditation (Myong
Sang)
Zu
Beginn und am Ende jeder Shinson Hapkido-Trainingsstunde bietet Myong
Sang den Praktizierenden die Möglichkeit, sich im Sitzen (zumeist),
Stehen oder Liegen innerlich und äußerlich zu entspannen. Dies gelingt
den Trainierenden, indem sie ihre Körper in eine entspannte Position
bringen, die Atmung fließen lassen und sich auf den Augenblick
konzentrieren. Ein weiteres Ziel der Meditation ist es, sich selbst im
Zusammenhang allen Lebens wahrzunehmen und das Wesen der Dinge zu
erkennen.
Atemtechniken zur
Energiestärkung
(Danjeon Hohupbop/Ki-Doin)
Atmung
bedeutet Leben und beeinflusst die Gesundheit. Daher wird der Atmung
beim Shinson Hapkido besonderes Augenmerk geschenkt. Atmen wird bewusst
erlebt und kann gezielt zur Lenkung und Stärkung der Lebenskraft (Saeng
Ki) eingesetzt werden. Dabei fördern gezielte Übungen Organe bzw.
Körperregionen sowie die Harmonisierung von körperlichen Kreisläufen
(Blut, Lymphen, Hormone). Neben der Stabilisierung der körperlichen
Ebene wird gleichzeitig die seelisch-geistige Ebene gefördert und
ausgeglichen. In diesem Sinne wird auch die Stimme im Training
verwendet. Sie hilft, den Bewegungen Ausdruck zu verleihen und sie zu
verstärken.
Hand- & Fußtechniken (Sugi– & Jok Sul)
basieren auf
Abwehr- und
Angriffstechniken traditioneller koreanischer Kampfkünste. Neben den
Aspekten der Selbstverteidigung haben sie starke Wirkungen auf die
Gesundheit. Sie wirken vitalisierend, Gleichgewicht und Koordination
werden gestärkt. Gemäß der asiatischen Gesundheitslehre enden und
beginnen bestimmte Energiebahnen (Meridiane) in Händen und Füßen. Ihre
Aktivierung wirkt auf das Wohlbefinden des ganzen Menschen. Alle
Techniken im Shinson Hapkido beziehen hinsichtlich Aufbau und
Ausführung die gesundheitlichen Wirkungen immer mit ein.
Fallübungen
(Nakbop)
Das Training von
Fallübungen
hat sehr vielfältige Wirkungen. Jeder Mensch kann lernen, weich und
geschmeidig (wie eine Katze) zu fallen und zu rollen. Der Kontakt mit
dem Boden wirkt wie eine Massage auf Muskel und Organe. Gleichzeitig
werden Ängste abgebaut und das Selbstbewusstsein gesteigert.
Partnerübungen
(Yaksok Daeryeon)
Bei dieser Art Training werden die oben angeführten Techniken als
Übungen mit einer oder mehreren Partner/innen durchgeführt. Diese
werden mit Hebeln und Wurftechniken verbunden und folgen sie
Bewegungsprinzipien, wie man sie auch in der Natur findet: Fluss, Kreis
und Anpassung. Es wird nicht gegeneinander gearbeitet, sondern die
Kraft der Partner umgewandelt. Dadurch lernt man, sich selbst zu
schützen und im Notfall zu verteidigen. Dies hilft, Ängste im Umgang
abzubauen. Durch den natürlichen Charakter der Bewegungen wird nicht
die Konfrontation eingeübt, sondern der konstruktive Umgang. Dabei
werden auch hier die Techniken so trainiert, dass sie einen
gesundheitsfördernden Charakter erhalten (z.B. können Hebeltechniken so
angewendet werden, dass nicht Gelenke verletzt werden, sondern wie eine
Art Akupressur oder Druckmassage wirken).
Bewegungen
nach der Natur
und mit Gegenständen (Hyong, Gigu Sul)
Ein Formlauf (Hyong) bezeichnet festgelegte Abläufe, die Bewegungen der
Natur aufgreifen. Er wirkt wie ein Tanz, bei dem Bewegung, Atmung und
innere Bilder miteinander harmonisiert werden. Als Erstes studiert man
die Kranichform, die durch große und elegante Bewegungen
charakterisiert wird, gleichzeitig positiv auf Gleichgewichtsgefühl und
Verdauung wirkt. Aber nicht nur Tiere, auch andere Bewegungen wie Wind
oder Regen werden als Inspiration genutzt. Man lernt, die Natur genau
zu beobachten und zu verstehen. Dadurch kann man den achtsamen Umgang
mit ihr lernen. ähnlichen Zielen dienen Bewegungen, die mit
Gegenständen wie Stöcken oder Fächern ausgeführt werden. Voraussetzung
ist innere Reife und Ruhe. Deshalb werden sie erst ab der
Fortgeschrittenen-Stufe unterrichtet.
|